Bilanzpressekonferenz der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken 2011

Gute Ergebnisse bei Volksbanken und Raiffeisenbanken
Dr. Jürgen Gros  Pressesprecher
Genossenschaftsverband Bayern e.V. , Türkenstraße 22-24,  80333 München

Presseinformation

Gute Ergebnisse bei Volksbanken und Raiffeisenbanken

München, 11. März 2011 – Die bayerischen Genossenschaftsbanken sind mit dem
Geschäftsjahr 2010 sehr zufrieden. Bei der Bilanzsumme legten sie um 3,4 Prozent auf
123,6 Milliarden Euro zu. Das Gesamtbetriebsergebnis erreichte mit 1,5 Milliarden Euro
den besten Wert seit 15 Jahren. Die bilanziellen Ausleihungen stiegen um 3,5
Milliarden Euro oder 5,4 Prozent auf 68 Milliarden Euro. Auch die Einlagenseite
entwickelte sich positiv. Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken
verzeichneten mit 5,3 Prozent ein starkes Einlagenwachstum. Insgesamt haben die
Kunden den Genossenschaftsbanken im Freistaat zum Jahresende 93,7 Milliarden
Euro anvertraut.
Optimistisch blicken die bayerischen Kreditgenossenschaften auch auf das
Geschäftsjahr 2011. 84 Prozent der Banken erwarten zumindest für das erste Halbjahr
gleichbleibend gute Geschäfte. Dabei wird insbesondere für das Kreditgeschäft mit
mittelständischen Unternehmen ein weiterer Anstieg der Ausleihungen prognostiziert,
wie der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Stephan Götzl, betont. Für
ihn gilt: „Die Geschäftslage bei den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ist
wirklich gut.“
Mit Blick auf künftig steigende Eigenkapitalanforderungen sieht der Verbandspräsident
die bayerischen Kreditgenossenschaften gut gewappnet: „Die Volksbanken und
Raiffeisenbanken können das gute Ergebnis 2010 nutzen, um ihr ohnehin stattliches
Eigenkapitalpolster weiter auszubauen.“ Die Kernkapitalquote steigt auf knapp 10
Prozent, die gesamte Eigenmittelquote auf fast 16 Prozent. Götzl: „Damit erfüllen wir
als Gruppe bereits heute die strengen Vorgaben von Basel III.“
Gleichwohl sieht Götzl die Vielzahl an regulatorischen Reformen und neuen
Anforderungen, mit denen die Kreditinstitute konfrontiert werden, kritisch. „Die
Neuregelungen von Eigenkapitalvorschriften bis hin zur Bankenabgabe gehen mit
zusätzlichen Kosten einher. Und dieser Kostendruck wird womöglich strukturelle
Auswirkungen auf den Bankenmarkt haben.“ Von zusätzlichen Bürokratiekosten seien
vor allem kleine und mittlere Banken überproportional betroffen. Also jene regionalen
Kreditinstitute, die in den zurückliegenden Krisenjahren für Stabilität und die
Finanzierung mittelständischer Unternehmen gesorgt haben. Götzl warnt deshalb: „Wer regionale, mittelständische Banken in ihrer Existenz
gefährdet, der betreibt die schleichende Veränderung unserer Wirtschaftsordnung.
Ohne regionale Mittelstandsbanken wird es über kurz oder lang auch keine
mittelständischen Wirtschaftsunternehmen mehr geben.“ Um dies zu vermeiden, fordert
Götzl die Politik auf, bei der Regulierung von Banken differenziert vorzugehen.
Aufsichtsrechtliche Maßnahmen müssten sich an dem Risiko, das von Kreditinstituten
ausgeht, orientieren. Der Risikogehalt ihrer Geschäfte müsse adäquat berücksichtigt
werden. Das gelte insbesondere für die im Rahmen von Basel III vorgesehenen
Maßnahmen.
Deutlich kritisiert der Präsident des GVB auch das Vorhaben der EU-Kommission, die
Einlagensicherungssysteme europaweit zu harmonisieren: „Das gefährdet unsere
Bankenlandschaft in Deutschland massiv.“ Der federführende Berichterstatter des
Europäischen Parlaments Peter Simon und seine sechs Kollegen hätten
ordnungspolitische Vernunft bewiesen. Sie haben in ihrer Stellungnahme zu den
Vorschlägen der Kommission die hohe Bedeutung präventiv wirkender
Einlagensicherungssysteme akzeptiert. „Ich begrüße den Vorschlag aus der Mitte des
EU-Parlaments, dass unser genossenschaftliches Institutssicherungssystem anerkannt
bleiben soll. Meine dringende Bitte ist, dass nunmehr im weiteren Beratungsgang in
Brüssel die Position der Berichterstatter nicht verwässert wird“, so Götzl.

Ausgewählte Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung der bayerischen Volksbanken und
Raiffeisenbanken im Jahr 2010:

Kennzahlen 2010 2009 Veränderung
Kundeneinlagen (Mrd. €) 93,7 89,0 + 5,3 %
Ausleihungen (Mrd. €) 68,0 64,5 + 5,4 %
Zinsspanne (in % der DBS) 2,53 2,42 + 0,11
Provisionsspanne (in % der DBS) 0,66 0,66 0
Betriebskosten Bankgeschäft (in % der DBS) 1,99 2,06 – 0,07
Betriebsergebnis (vor Bewertung und Steuern)
in Mrd. € 1,49 1,25 + 19,0 %
in % der DBS 1,22 1,07 + 0,15 %
Bereinigtes Ergebnis (vor Ertragssteuern)
in Mrd. € 1,25 1,19 + 5,4 %
in % der DBS 1,03 1,02 + 0,01
Haftendes Eigenkapital (Mrd. €) 10,52 9,49 + 10,9 %
Aufwand/Ertrag-Relation 62,4 66,9 – 4,5
Bilanzsumme (Mrd. €) 123,6 119,6 + 3,4 %

Quelle: Genossenschaftsverband Bayern e.V.

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