Reb-Entwicklungen aus den Weinanbaugebieten

Gebiet Mosel – DLR Mosel (Stand: 02.08.2012)

– Wartezeiten der eingesetzten Pflanzenschutzmittel beachten

– Mottenflug des Traubenwicklers beendet

– Vermehrt Sonnenbrandschäden

Nach der Abkühlung am letzten Wochenende hatten wir im Laufe der Woche wieder
sommerliche Temperaturen mit Gewitterneigung. Die Entwicklung der Trauben hat weiterhin gute Fortschritte gemacht. Neubefall ist sowohl bei Oidium wie bei Peronospora an normal entwickelten Beeren nicht mehr zu erwarten, Schwarzfäule kann allerdings bis zum Stadium des Weichwerdens infizieren. Ein Behandlungstermin in der nächsten Woche kann für frühe Sorten schon die Abschlussspritzung sein.

Nach Beendigung der Hubschrauberspritzungen müssen die Behandlungen von Hand
zeitnah im Abstand von 8 bis 10 Tagen durchgeführt werden.

Gebiet Rheinhessen – DLR RHN- Oppenheim (Stand: 01.08.2012)

In den nächsten Tagen bleibt es bei sommerlichen Temperaturen. Örtlich können gewittrige Schauer auftreten. Der Juli hat in den meisten Gemarkungen etwa 10-20% weniger Regen als normal gebracht. Insgesamt scheint die Tendenz mittelfristig auf eher trockene Witterung hinaus zu laufen. Da die Wasserversorgung im Untergrund gesichert ist, wäre auch eine längere Trockenperiode im August leicht zu verkraften und hätte große Vorteile für die Traubengesundheit.

In den nächsten Tagen erreichen die Sorten der Müller-Thurgau-Reifegruppe das Stadium des Reifeprozesses. Wir liegen dieses Jahr ca. 5 Tage vor dem langjährigen Mittelwert, allerdings deutlich später als 2009 und 2011. Derzeit rechnen wir mit Beginn der M.-Thurgau – Lese an der Rheinfront kaum vor dem 10. September. Aktuell sind deshalb Mittel mit 35 Tagen Wartezeit noch problemlos einzusetzen. Die Beerendicke hat sich inzwischen deutlich erhöht und ein vielfaches der Trauben sind bereits dicht gepackt. Somit dürften sich die ursprünglich befürchteten Ausfälle durch Verrieselung doch weitgehend ausgleichen.

Gebiet Nahe/Mittelrhein – DLR RHN- Bad Kreuznach (Stand: 01.08.2012)
Die ersten beiden Julidekaden waren wechselhaft und zu kühl. Sommerlich, heiße Temperaturen blieben im Juli auf der letzten Woche beschränkt. Die für letztes Wochenende angekündigten Niederschläge fielen in unserem Beratungsgebiet recht unterschiedlich aus. In ihrer Intensität lagen sie glücklicherweise hinter den Prognosen und richteten somit keine Schäden an. Folgende Regenmengen wurden an unseren Wetterstationen gemessen.

Langjähr. Mittel Juli am Standort KH: 57,3 mm

Die Durchschnittstemperatur im Juli entsprach am Standort KH mit 18,7 °C fast dem langjähr. Mittel (18, 9 °C). Damit war dieser Juli 1,7 °C wärmer als 2011, aber 2,6 °C kühler als 2010. Die Sonnenscheinstunden lagen mit 249 h über dem längjähr. Durchschnitt von 222 h.

Die Entwicklung der Reben ging in den letzten Tagen rasch weiter. Frühe Sorten verfärben sich rot bzw. beginnen hell zu werden. Der Reifestand liegt derzeit im Mittelwert der letzten 21 Jahre. In unserer Referenzparzelle erwarten wir beim Müller-Thurgau das Weichwerden der Beeren Mitte nächster Woche. Der Mittelwert ab 1990 liegt beim 8. August, der seit 1959 beim 13. August. Bei den frühen Sorten kann in Abhängigkeit von der Lage zwischen dem 8. und 12. August die Abschlussbehandlung erfolgen. Bei den Spätsorten liegt dieser Termin rund 7 bis 12 Tage später. Zur Erzielung guter Qualitäten sind die jungen Blätter und der Neuzuwachs unbedingt zu schützen, da sie in der Reifephase wichtige Zuckerproduzenten sind. Dies gilt besonders für Anlagen mit einem Reiferückstand (z.B. Minimalschnitt oder spät verblühte Anlagen). In diesen Parzellen darf die Abschlussbehandlung nicht zu früh erfolgen.

Insbesondere dann nicht, wenn schon eine Blattschädigung durch Peronospora oder Oidium vorliegt. Von Reifebeginn bis Lese dauerte es im Mittel der Jahre seit 1959 beim Müller-Thurgau 47 Tage. Das könnte für mit den o.g. Kreuznacher Referenzfläche vergleichbare Standorte im Falle eines normalen weiteren Witterungs- und Reifeverlaufs beim Müller-Thurgau auf einen Lesebeginn ab dem 20. September hinauslaufen. Auch in frühen Lagen dürfte die Lese kaum vor dem 15. September beginnen. Für jetzt anstehende Spritzungen sind daher noch Mittel mit 35 Tagen Wartezeit (z.B. Folpan, Topas) einsetzbar. Die Wartezeiten der Mittel sind zu beachten! Jeder Betriebsleiter ist für die Einhaltung der Wartezeiten selbst verantwortlich. Junganlagen müssen noch bis Ende August weiter behandelt werden, um möglichst lange gesundes Laub zu erhalten.

Region: Pfalz – DLR Rheinpfalz (Stand 31.07.2012)

Die Hitzewelle der vergangenen Woche hat vielerorts den Farbumschlag bei Portugieser und Dornfelder eingeläutet. Etliche Regent- und Frühburgundertrauben sind schon komplett durchgefärbt. Partiell zeigen sich frische Sonnenbrandschäden bei empfindlichen Sorten und Lagen. Die hagelgeschädigten Beeren sind überwiegend trocken geworden und fallen je nach Sorte mehr oder weniger gut aus dem Traubengerüst. Wo noch abgeschlagene, verwelkte Blätter oder Traubenteile in der Traubenzone hängen, sollten diese entfernt werden.

Ausgesprochen lockerbeerig zeigen sich dieses Jahr die Sorten Gewürztraminer und Sauvignonblanc, sowie früh verblühte Riesling- und St. Laurent- Weinberge. Hier hat sich die ungünstige Blütewitterung positiv auf die Traubenstruktur (geringe Fäulnisneigung) ausgewirkt. Sauvignon blanc und St. Laurent wiesen bereits einen unterdurchschnittlichen Gescheinsansatz auf. Betriebe, die auf Zukauf von Trauben dieser Sorten angewiesen sind, sollten frühzeitig Kontakt mit Traubenerzeugern aufnehmen, um nachher nicht leer auszugehen. Blühfeste Sorten wie Portugieser, Müller-Thurgau und Dornfelder zeigen hingegen meist befriedigende bis hohe Erträge. Besonders beim Dornfelder wird eine Ertragsregulierung angeraten, um das Mindestmostgewicht (68° Oe) für Qualitätswein sicher zu erreichen. Besser sind 72° Oe, um mit der Anreicherungsspanne von 24 g/l Alkohol einen Endalkoholgehalt von 12% Vol. zu erhalten. Minimalschnittanlagen sind je nach Behang in der Entwicklung etwa 8 bis 14 Tage verspätet, beachten Sie dies bei Ihrer arbeitswirtschaftlichen Planung.

Region Franken (Stand : 30.07.2012)

Nach den teils heftigen Gewittern mit hohen Niederschlagsmengen am Wochenende und der damit verbundenen Abkühlung steigen die Temperaturen ab Mittwoch wieder auf sommerliche Werte an. Bis über das kommende Wochenende hinaus soll es weitgehend trocken und warm bleiben. Gewitter sind allerdings nicht ausgeschlossen.

Die Reife wird mit großen Schritten weitergehen. Einzelne Rotweine sind bereits durchgefärbt und auch die Beeren des Bacchus sind in vielen Anlagen bereits hell. In solchen weit und vor allen gleichmäßig entwickelten Anlagen, die auch weitgehend keinen Befall aufweisen, sind die Beeren nicht mehr durch direkte Beereninfektionen mit Peronospora und Oidium gefährdet.
Anlagen, die in der Entwicklung noch etwas hinten liegen oder viele entwicklungsverzögerte Beeren (verzettelte Blüte, Hagel) aufweisen sind noch etwas anfälliger. Die Abschlussbehandlung sollte, je nach Sorte und Entwicklung, zum Ende der 31. KW bis in der 32 KW (04.08. -11.08.) durchgeführt werden. Ziehen Sie ihren Spritzabstand allerdings nicht zu weit, vor allen in Anlagen mit Befall. In solchen Fällen ist eine Behandlung in dieser Woche nochmals zu empfehlen. Beachten Sie die Wartezeiten der Präparate, vor allen in Anlagen, die für eine frühe Lese (Federweißer) vorgesehen sind. Da mit dem normalen Lesebeginn um den 20. September gerechnet werden muss, sollten Präparate mit Wartezeiten über 50 Tagen jetzt nicht mehr eingesetzt werden.

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