Das Werk Maladies fongiques erhält den OIV-Preis 2015

Der erste Band der von der AMTRA herausgegebenen Buchreihe La Vigne wurde mit dem prestigeträchtigen OIV-Preis als bestes Buch des Jahres 2015 ausgezeichnet. Es erhält den 1. Preis in der Kategorie Weinbau. Die Verleihung fand gestern in den Räumlichkeiten der rumänischen Botschaft in Paris statt. Diese hohe Auszeichnung würdigt die ausserordentliche Arbeit in diesem Referenzwerk und bestätigt die internationale Ausstrahlung der Forschung von Agroscope.

Die Feierlichkeiten OIV Paris V l n r Olivier Viret, Katia Gindro, Foto-Agroscope

Die Feierlichkeiten OIV Paris V l n r Olivier Viret, Katia Gindro, Foto-Agroscope

Eine Würdigung der Agroscope-Forschung und des Schweizer Weinbaus

Von den 55 vorgeschlagenen Werken aus 17 Ländern erhielten 9 Werke den Preis der Jury und 10 die Sonderauszeichnung.

Die Auszeichnung des Werks Maladies fongiques mit dem 1. Preis in der Kategorie Weinbau zeigt einerseits die Anerkennung der Forschung von Agroscope durch die OIV und andererseits die Bedeutung, welche die Wissenschaftsgemeinschaft Übersichtswerken beimisst.

Ein zeitloses Referenzwerk

Mit einem interdisziplinären Ansatz fasst dieses 255-seitige Buch die technischen und wissenschaftlichen Beiträge zu den Krankheiten der Rebe zusammen, die über mehrere Generationen von Forschenden bei Agroscope erarbeitet wurden. Die Autoren Olivier Viret und Katia Gindro beleuchten die komplexen Mechanismen in den Beziehungen zwischen der Rebe und pathogenen Pilzen. Die typischen Symptome jeder Krankheit werden reich illustriert und zusammen mit den aktuellsten Erkenntnissen zu Aspekten der Biochemie, Mikroskopie, Systematik und Umwelt dargestellt. Ausserdem werden neue Ansätze für nachhaltige Anbaumethoden mit minimalem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aufgezeigt. Schliesslich machen ein Glossar, ein Index und ein Verzeichnis der Krankheiten in fünf Sprachen die Verwendung des Werks besonders einfach. Dieses zeitgemässe Referenzwerk bietet sowohl den Forschenden wie auch den Weinbauern eine aktuelle Sammlung von Pilzerkrankungen der Rebe und der Mittel, die sich zur Schadensbegrenzung anbieten.

Maladies fongiques, von Olivier Viret und Katia  Gindro,  2014.  Ed.  AMTRA,  255  S.  Cover  und  Beispielseiten (Photo: Agroscope).

Maladies fongiques, von Olivier Viret und Katia
Gindro, 2014. Ed. AMTRA, 255 S. Cover und
Beispielseiten (Photo: Agroscope).

Maladies fongiques ist der erste Band einer Reihe von vier Büchern, die bis 2018 erscheinen. Die Veröffentlichung des 2. Bandes Ravageurs et auxiliaires ist für Anfang 2016 vorgesehen. Es wird sich mit allen für die Rebe nützlichen und schädlichen Arten befassen, die unsere Weinberge besuchen. Die beiden letzten Bände werden die Viren und Phytoplasmen und schliesslich die Mangelerscheinungen und physiologischen Störungen zum Inhalt haben.

Der OIV-Preis

Seit 1930 werden mit dem Preis der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (Organisation internationale de la vigne et du vin, OIV) die besten Bücher von internationalem Interesse ausgezeichnet, die einen wissenschaftlichen, originellen und relevanten Beitrag für den Weinbausektor leisten. Die Auszeichnung eines Werks zum Thema Reben und Wein mit diesem Preis bedeutet eine Anerkennung auf internationaler Ebene.

Preis und Sonderauszeichnung können in jeder der folgenden Kategorien verliehen werden: Weinbau, Önologie, Weinbauwirtschaft und -recht, Geschichte, Literatur und Kunst, Wein und Gesundheit, Kennenlernen und Präsentation der Weine, Weine und Weingebiete, Menü und Wein, Monographien und Fachstudien, Konferenzberichte. Um das Kennenlernen von Wein und Weinkultur zu fördern, wurden seit 2010 Kategorien hinzugefügt, die einen hedonischen und multikulturellen Ansatz erlauben: Abstimmung zwischen Menü und Wein, Kennenlernen und Präsentation der Weine, Weine und Weingebiete in der Welt.

Die Werke werden von einem Gremium fachkundiger Leserinnen und Leser verschiedener Länder beurteilt, die in den Bereichen Universitätslehre, Journalismus, Literatur, Naturwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Weinkellerei, Önologie, Recht und weiteren Gebieten spezialisiert sind. Jedes Buch wird von mehreren Personen beurteilt.

Die Jury ist zusammengesetzt aus angesehenen Persönlichkeiten mit hoher Sachkompetenz aus verschiedenen Ländern, welche den Kommissionen und Unterkommissionen der OIV vorstanden. Sie wird 2015 präsidiert vom Diplomaten, Poeten und Schriftsteller František Lipka, der als Botschafter der Slowakei in Montenegro lebt.

Die Preisverleihung fand in der rumänischen Botschaft in Paris statt, im Beisein der OIV-Präsidentin Monika Christmann, der OIV-Vizepräsidentin Claudia Quini, des OIV-Generaldirektors Jean-Marie Aurand und des Wissenschaftlichen Sekretärs der Jury des Prix Jean-Luc Berger.

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